Bis morgen, Inchallah!

Anouar ist 92 und blind. Und doch hat es einen Grund, warum er noch immer täglich durch die Straßen Rabats läuft und Mandeln verkauft...

Vorsichtig schnürt Karima ihrem Großvater die Schuhe. Willst du wirklich raus, Opa?“, fragt sie. Aber noch bevor sie ihre Frage ausgesprochen hat, durchdringt ein bestimmendes „Ja!“ ihre zarten Ohren.

Anouar will raus. Raus auf die Straße. So wie jeden Tag. Geduldig begleitet Karima ihn die Treppe hinunter. Anouar kennt jede Stufe. Die dritte von oben ist ein wenig höher als die ersten beiden. Die sechste dafür etwas niederer. Mit den Füßen tastend und an Karimas Hand schafft er es aus dem zweiten Stock ins Erdgeschoss.

„Kannst du dich kurz selbst halten?“, fragt Karima. Anouar nickt, ohne etwas zu sagen. Beide Hände zu einer Schale geformt befüllt sie eine silberne Metallschüssel. „Klack, Klack, Klack“, hallt es durch den Gang. Anouar lauscht dem Geräusch aufmerksam. Ein sanftes Lächeln huscht über sein faltenverfurchtes Gesicht. Seit seiner Kindheit kennt er dieses Klacken.

Was Karima mit ihren Händen in die Metallschüssel gibt, ist nichts weniger als Anouars Leben. Braune, spitz zulaufende Kerne. Besetzt mit weißlich schimmernden Kristallen: gesalzene Mandeln.

Mandeln und die Straßen von Rabat

Schon als kleiner Junge kletterte Anouar auf die Bäume und half bei der Ernte. Seine Familie besaß einen großen Mandelhain in Hinterland von Rabat. Damals hatten die Bäume noch Stacheln und er musste aufpassen, wo er hinfasste. „Heute haben die Bäume ihre Stacheln verloren. Der Mensch hat sie gezähmt“, sagt Anouar gerne.

Und schon damals hat er seinem Vater geholfen, Mandeln zu verkaufen. In den Straßen von Rabat kannte er die besten Plätze dafür. Er lief von Café zu Café. Die Café-Besitzer hießen ihn freudig willkommen. Machten seine Salzmandeln ihre Kunden mit der Zeit doch so durstig, dass diese einen Tee nach dem anderen bestellten.

Zum Dank erhielt er meist kleine Süßigkeiten. In Honig getränkte, frittierte Chebakia (Teigstreifen) oder
mit Mandelpaste gefüllte Gazellenhörnchen. Stolz leuchteten seinen Augen, wenn man ihm erzählte, dass im Gebäck, das er bekam, die Mandeln seiner Familie verbacken sind.

Während er den Menschen in den Straßen Mandeln verkaufte, verhandelte sein Vater mit Bäckereien, kleinen Lebensmittelgeschäften und Händlern in den Straßen. Viele von ihnen schätzten seine Mandeln. Er habe die Besten, sagten sie stets.

Mandeln und die Straßen Rabats: Für Anouar ist das mehr als Arbeit. Genau deshalb muss er raus auf die Straße. Selbst mit 92. Und obwohl er quasi nichts mehr sieht.

Von Geburt an war er auf dem linken Auge blind. Vor 15 Jahren schließlich wurde auch sein rechtes Auge zunehmend schwächer. Anfangs konnte er Menschen und Gegenstände noch erkennen. Ein gräulich eingetrübtes Bild malte er mithilfe seiner Erinnerung zu einem farbenfrohen Gemälde.

Mit der Zeit jedoch wurde sein rechtes Augen immer schwächer. Irgendwann sah er nur noch schemenhafte Umrisse. Und heute? Heute kann er nur noch zwischen hell und dunkel unterscheiden.

Trotzdem: Er will dort sein, wo er immer war. Bei den Leuten. Und das tun, was er immer gemacht hat. Mandeln verkaufen.

Unter Leuten

Und so macht sich Anouar auch an diesem Tag wieder bereit.

Seine blaue Mütze zurechtziehend signalisiert er Karima: Es kann losgehen. Mit leicht sorgenvollem Blick übergibt sie ihm die glänzende Metallschüssel. Ein kindliches Lächeln huscht über Anouars Gesicht, als ihm der Duft der Mandeln in die Nase steigt. Vor einer halben Stunde erst hat Karima sie aus dem Ofen geholt. Noch immer waren sie leicht warm und dufteten so herrlich nach Marzipan und Salz.

Sanft küsst Karima Anouars Stirn zum Abschied. Dann zieht er los. Ein Schritt nach dem anderen. Einmal rund um den „Jardin Mohammed V“. Den Garten des vorletzten marokkanischen Königs. Schon unter ihm hatte Anouar gelebt, ebenso wie unter dessen strengem Sohn Hassan II und auch dessen Sohn Mohammed VI.

Nach wenigen Metern erreicht er das erste Café. „Louz, Louz!“ - „Mandeln, Mandeln!“, ruft Anouar. Seine Stimme ist noch etwas verkratzt. Die Worte kommen nur bruchstückhaft aus seinem Mund heraus.

Sich an den Stühlen haltend tastet er sich von Tisch zu Tisch. Manchmal passiert es, dass er vor einer leeren Sitzgruppe stehen bleibt und dort seine Mandeln anbietet. Nach einem kurzen Moment der Stille geht er dann weiter.

Noch vor einigen Jahren war er ein geachteter Geschäftsmann. Im Hinterland von Rabat bewirtschaftete er den großen Mandelhain, den er von seinem Vater geerbt hatte. Im Spätsommer waren die Mandeln reif. Dann half die ganze Familie, Brüder, Schwestern, Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen. Anschließend befreiten sie sie von ihrer harten und mit Löchern übersäten Schale. Und danach wurden sie geröstet, gesalzen und verkauft.

Wie sein Vater handelte Anouar mit Besitzern der „Hanouts“ (kleinen Lebensmittelgeschäften), und Bäckereien. Alles, was er darüber hinaus nicht verkaufte, bot er selbst auf den Straßen Rabats den Menschen an. In der ganzen Stadt war er bekannt für seine Mandeln. Noch heute begegnen ihm die Leute mit Respekt. Und dennoch spürt er, dass sich etwas geändert hat.

„Komm, setz dich, Anouar“, sagt eine vertraute Stimme. Eine Hand hilft ihm sanft auf einen Stuhl. „Ich bin’s, Ibrahim.“
„Salam alaykoum, Ibrahim“, sagt Anouar. Seit er ein Junge von 14 Jahren war, kennt er Ibrahim. Nach der Schule hat er Ibrahim geholfen, eine Arbeit zu finden. In den Mandel-Plantagen von Anouar konnte er helfen. Auch das Verkaufen und Handeln hat er ihm gezeigt.

„Wie geht’s dir? Was macht das Geschäft? Was machen deine Augen?“, fragt Ibrahim.

„Es geht. Die Augen wollen nicht mehr so, wie ich will. Aber es ist in Ordnung.“

„Zwei Nuss-Nuss bitte!“, ruft Ibrahim.
Noch immer weiß er, wie Anouar seinen Kaffee am liebsten trinkt: Halb Kaffee, halb Milch oder eben „Nuss-Nuss“.

„Erinnerst du dich noch an das große Erntefest 1982?“

Ruckartig blickt Anouar auf. „Ja!“, schnellt es aus ihm heraus.

„Bestimmt 200 Leute waren wir damals“, fährt Ibrahim fort. „Ein Riesenfeuer haben wir gemacht. Zwei Ziegen und zwei Schafe darauf gegrillt.“

Ein stolzes Strahlen spricht aus Anouars Gesicht. „Ja, das war großartig“, sagt er. Beide kommen ins Plaudern. Die Zeit vergeht.

Mit dem letzten Schluck Kaffee bedeutet Anouar Ibrahim, dass es Zeit für ihn ist, aufzubrechen. Noch ist seine Schüssel bis zum Rand mit Mandeln gefüllt.

„Ich nehme zwei Handvoll“, sagt Ibrahim. Mit einer kleinen Metalschaufel füllt Anouar eine gute Menge Mandeln in eine Plastiktüte, die Ibrahim für ihn aufhält. Fünf Dirham steckt er ihm dafür in seine Jackentasche. Anschließend führt er ihn an beiden Schultern haltend zum nächsten Tisch.

Eine Gruppe von Studenten freut sich über sein Vorbeikommen. „Wir nehmen jeder eine Handvoll“ sagt einer von ihnen. „Insgesamt fünf bitte.“

„Das ist eine gute Wahl“, sagt Anouar, wie er das früher auch schon immer gesagt hat.

Mit leicht zitternder Hand schöpft er Kelle für Kelle in ein Baumwolltuch, das ihm einer der Studenten aufhält.

„Das macht dann 12 Dirham“, sagt Anouar als er das Tuch befüllt hat. Wie Ibrahim zuvor begleiten auch zwei der Studenten ihn zum nächsten Tisch.

„Louz, Louz“, bietet Anouar erneut seine Mandeln einem jungen Paar an. Eine gute Menge Mandeln in seinem Mund zermahlend pflichtet ihm einer der Studenten bei: „Wirklich, das sind die besten Mandeln, die ich je gegessen habe.“ Auch die beiden kaufen ein paar Mandeln.

Eine unsichtbare Kraft

Immer weiter zieht Anouar. Tisch für Tisch. Café für Café. Stets findet sich jemand, der ihm weiterhilft, wenn er verloren ist, den Weg nicht mehr findet, oder das passende Wechselgeld.

Eine unsichtbare Kraft scheint ihn auf seinem Weg zu schützen. Noch nie in all den Jahren hätte sich keiner gefunden, der ihn zum nächsten Tisch oder dem nächsten Café begleitet. Nie hatte er das Gefühl, betrogen zu werden. Zwar kann er schon lange nicht mehr überprüfen, ob man ihn ehrlich bezahlt oder nicht. Mit der Zeit hatte er aber gelernt, anhand von Größe und Gewicht der Geldstücke deren Wert einzuschätzen. Und fast immer hatte er am Ende des Tages alle Mandeln in seiner Schüssel verkauft. Mal waren es 80, mal 100, manchmal sogar 150 Dirham. Auch heute hat er wieder alles verkauft.

Mit seiner Hand den Boden der Schüssel abtastend prüft er, ob alle Mandeln weg sind. Eine ist noch übrig. Gerne würde er sie sich jetzt in den Mund stecken und das ploppende Geräusch genießen, wenn er darauf beißt und der kleine Hohlraum zwischen den beiden Mandelhälften aufbricht. Aber auch das geht nicht mehr. Nur noch vier einzelne Zähne stehen in seinem Mund. Eine Harira, ein weiches Brot oder feinen Couscous kann er damit noch essen. Manchmal ein zartes Stück Lamm. Mehr aber geht nicht. Behutsam legt er die letzte Mandel an den Rand seiner Schüssel. Sie ist für Karima, denkt er sich. Sie müsste jeden Moment kommen, um ihn abzuholen.

Und tatsächlich: Im letzten Café seiner Runde sitzt Karima. Vertieft in ein Buch hat sie Anouars Ankunft nicht bemerkt. Nachdem sie ihren Großvater auf seine tägliche Runde verabschiedet hatte, war sie in die National-Bibliothek „Royaume du Maroc“ gegangen. Seit Wochen bereitet sie sich dort auf ihr Abschlussexamen an der Universität vor. Als sie auf die nächste Seite ihres Buches blättert, entdeckt sie schließlich Anouar. Er steht nur drei Tische weiter und unterhält sich mit zwei jungen Männern. Erst auf den zweiten Blick erkennt Karima, mit wem Anouar spricht. Es sind Youssef und Ahmed. Zwei Leidensgenossen von der Universität. Wie Karima bereiten sie sich derzeit auf ihr Abschlussexamen vor. Anouar kennen sie seit Beginn ihres Studiums. In den Mittagspausen kam er stets auf den Campus, um Karima und ihren Freunden Mandeln vorbeizubringen. Sie helfen beim Lernen, ist Anouar bis heute überzeugt.

„Opa, ich bin so froh“, bricht es aus Karima heraus, als sie die drei erreicht. Fest drückt sie Anouar an sich.

„Danke, dass ihr meinen Opa aufgenommen habt.“

„Klar, er ist unser Bruder!“, sagt Youssef. Liebevoll klopft er Anouar auf die Schulter, während diesen ein amüsiertes Lächeln überkommt.

„Wir treffen uns heute Abend am Strand mit ein paar Freunden. Bist du dabei?“, fragt Ahmed.

Einen kurzen Moment überlegt Karima.

Dann aber nickt sie: „Ja, ich glaube, das tut mir gut. Ich komme.“

„Bis später“, verabschieden sich die beiden Jungs.

„Ja, bis nachher.“

„Opa, du bis der Beste“

Anouar an die Hand nehmend führt Karima ihn an einen der freien Tische. „Setz dich, Opa. Ich bestelle dir deinen Nuss-Nuss.“

„Danke, ich habe schon genug Nuss-Nuss gehabt heute“, erwidert Anouar.
„Ich nehme einen Tee. Aber du, nimm gerne, was du möchtest und suche uns ein paar Süßigkeiten aus. Heute lassen wir es uns gut gehen.“

„Danke, Opa, du bist der Beste. Wie war es bei den Leuten?“, fragt Karima.
„Es war schön, wie früher, wie immer“, sagt Anouar mit einem friedlichen Strahlen im Gesicht.

So hoch sie nur kann, hält Karima Anouars Teekanne, als sie ihm seinen Tee ins Glas einschenkt. Beseelt schließt Anouar seine Augen, als er das laute Plätschern des Tees hört. Ein paar Tropfen landen auf seinem Handrücken.

Gut eine Stunde verweilen sie gemeinsam. Manchmal wissen beide nicht mehr, was sie reden sollen. Dann sitzen sie einfach nebeneinander und genießen das Treiben.

Mittlerweile ist es früh am Abend. „Opa, ich treffe mich doch nachher mit meinen Freunden von der Uni, macht es dir etwas aus, wenn wir uns langsam auf den Heimweg machen?“

„Na klar, wir gehen sofort“, sagt Anouar schnell.
„Gehst du bezahlen“, fragt er Karima, während er ihr die Jackentasche mit den vielen Geldstücken seiner Verkaufsrunde aufhält.
„Ja, mache ich“, antwortet Karima.

Immer wieder werden beide auf dem Weg nach Hause angehalten. Mal ein kurzer Plausch mit einem alten Bekannten von Anouar, mal trifft Karima weitere Freunde. Auch sie lädt für den Abend ein. Das wird wohl eine größere Strandparty, denkt sie sich.

Angekommen im zweiten Stock seiner Wohnung küsst, Karima ihrem Großvater ein letztes Mal die Stirn: „Gut gemacht, Opa“, sagt sie.

„Gib mir bitte deine Hand“, flüstert Anouar geheimnisvoll. Etwas verdutzt gibt Karima ihn ihre Hand. Klimpernd spürt er mit seiner Hand sämtliche Geldstücke auf, die er am Nachmittag verdient hat: „Das ist für dich und deine Freunde“, sagt er, während er sie Karima gibt.

„Opa, das ist doch nicht nötig.“

„Doch, doch!“, sagt Anouar.

„Ich bin so froh, dass ich dich habe.“

„Opa!“

„Weißt du: Ich selbst brauche doch fast nichts mehr. Ihr jungen Leute könnt das viel besser gebrauchen als ich mit meinen 92 Jahren. Ihr könnt das Leben feiern. So haben wir das früher auch gemacht. Das war so wunderbar.

Und so fühle ich mich auch noch als kleinen Teil eurer Party heute Abend. Also, es ist zu unser beidem Wohl…“

Ein kleine Träne sich von der Wange wischend nimmt Karima Anouar in den Arm, drückt ihn fest: „Mach’s gut, Opa, bis morgen!“

„Bis morgen, Inshallah - So Gott will…“

Die Geschichte hinter der Geschichte:

Anouars und Karimas Geschichte haben ihren Ursprung in einer Szene, die ich in meinen ersten Tagen in Marokko beobachtet habe. An zwei Tagen hintereinander bin ich einem jener Cafés in Rabat gesessen und habe gesehen, wie ein alter Mann, trotz dass er ganz offensichtlich blind war, gesalzene Mandeln verkauft hat.

Es hat mir das Herz gebrochen zu sehen, wie er sich blind von Tisch zu Tisch getastet hat und offenbar trotz seines hohen Alters und seiner Blindheit noch immer arbeiten musste. Gleichzeitig war es mindestens genauso rührend zu sehen, wie ihn eine unsichtbare Kraft von Tisch zu Tisch führte, sich seine Schüssel immer weiter leerte und er hier und da ein kleinen Plausch abhielt.

So gerne hätte ich mit ihm gesprochen. Da ich aber nur zwei Tage dort war und noch keine Hilfe beim Übersetzen hatte, konnte ich seine wahre Geschichte nicht erfahren. Ich habe ein paar Mandeln gekauft und dann die Geschichte von Anouar angefangen zu schreiben.

Ziemlich wahrscheinlich wird sie anders sein, als die Geschichte, die ich mir für ihn ausgedacht habe. Trotzdem habe ich versucht, meine Eindrücke von Marokko so authentisch wie möglich in diese Geschichte einfließen zu lassen und gleichzeitig zu zeigen, wie alte Menschen hier selbstverständlich Teil des Lebens sind. Einerseits, weil sie müssen - kürzlich habe ich mit einem Schuster gesprochen und ihn gefragt, wie lange er noch arbeiten will. Er sagt, bis er sterbe, denn er und seine Familie brauchen das Geld.

Der blinde Mandelverkäufer von Rabat. Weil ich ihn nicht um ein Foto bitten konnte habe ich ihn aus der Ferne fotografiert, sodass zumindest sein Gesicht nicht erkennbar ist.

Aber auch wenn sie nicht arbeiten, sieht man alte Menschen viel häufiger in der Öffentlichkeit als vielleicht in Deutschland. So etwas wie ein Altersheim ist mir in Marokko bislang nicht begegnet. Gerade nachdem ich diese „Geschichte hinter der Geschichte“ aufgeschrieben habe und nach Hause gelaufen bin, bedeutete mir ein alter Mann mit seinem Stock, dass er Hilfe braucht, um über die Straße zu kommen. Ich helfe ihm, na klar, und verstehe dabei, dass es hier Altenpflege vielmehr gelebte Normalität als eine kaufbare Dienstleistung ist.

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, findet sich das ein oder andere marokkanische Wort sich in meinen letzten Texten wieder. Darija, das marokkanische Arabisch, umgibt mich seit einigen Monaten und je länger ich die Sprache höre, umso mehr gefällt sie mir. Deshalb möchte ich euch auch ein bisschen mitnehmen in die Sprache, die so viel Göttlichkeit und Frieden in ihren Worten und Redewendungen trägt.

Wenn die Menschen hier etwa einer Hoffnung in der Zukunft Ausdruck verleihen möchten beenden sie den Satz mit Inchallah - so Gott will. Wenn sie sich begrüßen wünschen sie sich Frieden: Salam. Genauso, wenn sie sich voneinander verabschieden. Dann sagen sie: Bslama - gehe in Frieden. Wenn sie dankbar für etwas sind, sagen sie: Hamdolilah - danke Gott / Gott sei Dank. Und anstatt sich einen guten Apetit zu wünschen, wünschen sie sich Gesundheit - Bsaha. Und egal, wem sie begegnen, wünschen sie Gottes Segen - Allahofik.

Zum Teil mögen es Floskeln sein und dennoch fühle ich, dass sie etwas mit mir machen. Es hat einfach eine andere Energie, ob man mit „Hallo“, „Guten Tag“ oder „Frieden“ begrüßt - oder eben verabschiedet wird.

In diesem Sinne:

Bslama und bis bald, Inchallah!

Euer Niklas

Der Atlantik vor Rabat.

Für die nächste Geschichte.

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